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Warum wird mein Heizkörper unten nicht warm?

02.12.10  

Dass sich Heizkörper an der Unterseite kalt anfühlen, ist kein Hinweis auf einen Fehler sondern meistens sogar ein Zeichen einer korrekt einjustierten Anlage!

Eine zufriedenstellende Funktion von Radiatorenheizungen in Kombination mit "Thermostatventilen" ist nur dann erreichbar, wenn Missverständnisse um die Funktionalität dieser Ventile vermieden werden und die Funktionsweise bekannt ist.

Bitte lesen Sie daher die nachstehende Beschreibung genau durch, Sie wird Ihnen helfen, die Heizung in Ihrer Wohnung richtig und sparsam zu benutzen.

Richtige Verwendung der Thermostatventile

Wichtigstes Element zur präzisen Regelung der individuellen Raumtemperatur ist das Thermostatventil auf jedem der Heizkörper.

Mit diesen Ventilen ist es möglich, die Heizkörper ganz auf- oder ganz abzudrehen. Neben diesen Extremeinstellungen können die Thermostatventile aber auch noch auf jede beliebige Zwischenlage gestellt werden. Die Handräder der Thermostatventile weisen meistens Kennziffern von 0 bis 6 auf, wobei diesen Kennziffern - je nach Hersteller - in etwa nachstehende Raumtemperaturen zugeordnet werden können. (siehe Abbildung 1 bis 4).

Bitte beachten Sie, daß die Herstellerangaben als Richtwert zu verstehen sind und der tatsächlich erreichte Wert je nach Einbaubedingungen etwas abweichen kann. So können z.B. Vorhänge, die vor den Heizkörpern situiert werden, die Meßgenauigkeit der Thermostatventile erheblich beeinflussen.
Wir raten Ihnen dringend, die Ventile niemals ganz aufzudrehen, da in dieser Stellung eine sehr starke Überheizung Ihrer Wohnung möglich ist, was zu extrem hohen Heizkosten führen kann! Versuchen Sie in jedem Raum jene Thermostateinstellung herauszufinden, in welcher Sie die für Sie angenehme Mindest-Raumtemperatur erreichen. Wenn Sie Veränderungen an der Thermostateinstellung vornehmen wollen, verstellen Sie diese je Vorgang um maximal einen Teilstrich nach oben oder unten und warten Sie wenigstens 1 Stunde vor einer neuerlichen Verstellung. Bitte beachten Sie, daß die Ventile in der Stellung "0" den Heizkörper vollständig dicht abschließen und daß in dieser Stellung der Heizkörper nicht mehr gegen Frost geschützt ist. Falls Sie bei entsprechend tiefen Außentemperaturen Fenster gekippt und den Heizkörper gleichzeitig abgedreht lassen, riskieren Sie einen Frostschaden und in weiterer Folge einen extremen Wasserschaden, da bei Wasseraustritt das Heizsystem automatisch nachgefüllt wird. 

Wie funktioniert ein Thermostatventil

Beachten Sie bitte unbedingt die Funktionsweise der Thermostatventile. Die Kennziffern entsprechen nicht einer zuordenbaren Wassermenge, sondern einer eindeutig zuordenbaren Raumtemperatur.

Dabei ist zu beachten, daß die Ventile einen "Regelbereich" von ca. 2 Grad Celsius haben. Wenn Sie Ihren Thermostat in Stellung "3" (entspricht einem "Sollwert" von etwa 20°C) einstellen, arbeitet das Ventil wie folgt:

  • Raumtemperatur steigt auf 21°C = Ventil ist ganz geschlossen
  • Raumtemperatur hat genau 20°C = Ventil ist 50% offen
  • Raumtemperatur sinkt auf 19°C = Ventil ist ganz offen

Es ist also völlig normal, wenn zB. bei einer Einstellung auf Kennziffer "3" bei einer Raumtemperatur von 21°C der Heizkörper ganz kalt bleibt. Ebenfalls normal ist es, wenn der Heizkörper beim Lüften in Stellung "*" (Frostschutz) warm wird, wenn Außentemperaturen unter 6 °C vorliegen. Sobald Sie nach dem Lüften das Fenster wieder schließen und die Raumtemperatur im Bereich des Thermostatkopfes wieder ansteigt, wird das Ventil wieder zuverlässig schließen und der Heizkörper auch wieder abkühlen. 

Temperatur von Heizkörpern

Häufig wird irrtümlich angenommen, dass die Temperatur von Heizkörpern an der Ober- und Unterseite gleich hoch sein soll. Dies ist jedoch ein Irrtum, rein physikalisch kann ein Heizkörper von oben bis unten gar nicht gleich warm sein.

Das oben in den Heizkörper eintretende Heizungswasser kühlt sich beim Durchlauf durch den Heizkörper ab und gibt auf diese Weise Wärme an den Raum ab. Abhängig von der Dimensionierung der Heizungsanlage können Heizkörper an der Unterseite um 20 bis 40 Grad kälter sein als an der Oberseite. Speziell in Kombination mit Thermostatventilen ist es bei durchnittlichen Aussentemperaturen im Winter durchaus üblich und auch normal, wenn die Heizkörpertemperatur annähernd auf Raumtemperatur abkühlt.

Für eine Beurteilung der Funktion der Heizungsanlage kann daher die Heizkörpertemperatur allein keinesfalls herangezogen werden! Eine Beurteilung ist ausschliesslich mit einem guten Raumthermometer möglich, welches an einer Innenwand aufgehängt werden sollte (Messungen in der Nähe von Fenstern oder an der Aussenwand ergeben ein falsches Ergebnis).

Folgende Raumtemperaturen sollten bei durchgehendem Heizbetrieb erreicht werden:

  • Wohnräume: 22°C
  • Schlafräume: 18-20°C
  • Kinderzimmer: 20-22°C
  • Bäder: 24°C
  • Küchen: 20-22°C 

 

Abbildung 1 (Heimeier-Thermostatkopf)

 

Abbildung 2 (Skala Heimeier-Ventile)

 

Abbildung 3 (Skala-Herz-Ventile)

 

Abbildung 4 (Oventrop Thermostatkopf)

 


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